Die Kirche einmal in einem anderen Licht

Samstagabend: die Jugendgruppe Tambach/Friedrichroda hatte zu einer Stunde der Besinnung eingeladen.

Der ganze Kirchensaal nur mit Kerzenschein ausgeleuchtet, völlige Stille, jeder in sich gekehrt… Ein paar jugendliche Sänger erheben sich langsam und lassen die Worte erklingen: „Wenn du redest, hilf mir schweigen…“. Damit begann die Andacht zur Vorbereitung auf den Gottesdienst für Entschlafene. Mit besonders einfühlsamen Liedern, Instrumentalstücken und ausgewählten Texten wurde eine Atmosphäre geschaffen, die man nur schwer beschreiben kann. Bis hin zum Blumenschmuck mit den „Vergissmeinnicht“ war alles auf das Thema des Abends abgestimmt.

In bewegenden Bildern und unfassbar großen Zahlen wurde dargestellt, wie viele Menschen tagtäglich die Erde verlassen müssen. Dabei wurde jeder daran erinnert, was er noch hat, vor allem auch, was er noch zu geben hat. Wir, die wir noch im irdischen Leben stehen, wollen immer wieder eine Brücke in die Ewigkeit sein und mit Gebeten für die Entschlafenen eintreten, damit unerlöste Seelen die Möglichkeit haben, die Liebe Gottes zu finden und sein Friedensangebot zur Erlösung anzunehmen. Es war das Anliegen des Abends, den Gedanken des Alltags zu entfliehen, zur Ruhe zu kommen und Kraft zu tanken, um am folgenden Tag im Gottesdienst eben diese Aufgabe des Helfers übernehmen zu können.

Die Hoffnung und das Gottvertrauen zogen sich thematisch durch das Programm.

Dass man gerade in Zeiten der Trauer auf Gott vertrauen kann, zeigte eine vorgetragene Kurzgeschichte auf. In dieser verarbeitet ein Mann seinen großen Verlust, indem er seine Gefühle in ein paar Zeilen zu Papier bringt und daraus ein wunderbares Lied entsteht, das heute noch unsere Herzen bewegt: „Wenn Friede mit Gott meine Seele durchdringt…“. Gäbe es ohne Zeiten der Trauer auch Zeiten des Trostes und der Hoffnung?

Die zarten Töne der Panflöte ließen den Abend besinnlich ausklingen. Abschließend hat nicht wie üblich ein Amtsbruder das Gebet gesprochen, sondern alle Anwesenden haben mit einem gemeinsam gesungen Gebet die feierliche Stunde beendet.

K.B./S.M